Ausnahmegenehmigung - Schäden durch Nandus in der Landwirtschaft

08.05.2017
Ausnahmegenehmigung - Schäden durch Nandus in der Landwirtschaft

Das LU M-V gibt bekannt: "Mit einer Ausnahmegenehmigung des Biosphärenreservatsamts Schaalsee-Elbe als Untere Naturschutzbehörde für das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee wird dem Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg auf Antrag die Genehmigung erteilt, Nandueier im Biosphärenreservat Schaalsee durch das Anbohren zu manipulieren. Ihre natürliche Verbreitung haben Nandus in Südamerika. In Deutschland gelten die Vögel als Neozoen. Der Nandubestand im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee geht auf einige wenige Tiere zurück, die im Jahr 1999 aus einem Gehege in Groß Grönau entlaufen sind. Das Anbohren der Eier, mit dem Ziel der Verhinderung der Reproduktion, ist nach aktueller Beurteilung das mildeste Mittel eines Eingriffs, um dem weiteren Anwachsen und der weiteren Ausbreitung der Nandupopulation und den damit einhergehenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen entgegen zu wirken.

Vorausgegangen war eine gemeinsam mit dem Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg, dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Vertretern der Jägerschaft und dem Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe durchgeführte Auswertung der Entwicklung der Nandupopulation und der damit zusammenhängenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Die Auswertung ergab, dass der Bestand in den letzten Jahren auf 220 Tiere angestiegen ist. Die Population hält sich in diesem Jahr im nördlichen Biosphärenreservat Schaalsee, insbesondere zwischen Utecht und Schattin, auf. Es zeigt sich, dass sich die überwinternden Gruppen deutlich vergrößert haben und bis zu 60 Tiere keine Seltenheit darstellen. Diese ernähren sich insbesondere von landwirtschaftlichen Kulturen, wie Raps, Rüben und Weizen. Die Schäden an den landwirtschaftlichen Kulturen haben zugenommen. Beispielsweise mussten im Frühjahr 2017 ca. 15 ha Raps umgebrochen und mit anderen Kulturen bestellt werden.

Versuche der Vergrämung sowie andere Maßnahmen zur Minimierung der Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen waren bisher erfolglos.

Hintergrund:

Seit 2000 wird der Nandubestand zweimal jährlich im Hauptverbreitungsgebiet im Landkreis Nordwestmecklenburg erfasst. Von März 2016 bis zum März 2017 vergrößerte sich die Population um 60 Tiere, von 160 auf 220."

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