Beringungszentrale Hiddensee in Gefahr?!

05.11.2017
Beringungszentrale Hiddensee in Gefahr?!

Die Beringungszentrale Hiddensee muss nach Güstrow umziehen. Dr. U. Köppen hört leider mit seiner beruflichen Tätigkeit hier auf. Im Rahmen des Umzugs erreichten uns aber Signale eines grundsätzlichen Abbaus der Kapazitäten. Als neuer Chef ist sogar ein Nicht-Ornithologe im Gespräch. Die OAMV hat sich deshalb besorgt an Minister Backhaus gewandt. Wir sehen in den Aktivitäten im Ministerium eigentlich nur die Spitze eines Eisbergs. Für uns ist dies auch Ausdruck der Missachtung unserer ehrenamtlichen Arbeit. Es ist nicht schön, nur dann gebraucht zu werden, wenn das Land Berichtspflichten zu erfüllen hat. Daraus ergab sich nun folgender Briefwechsel:

Sehr geehrter Herr Feige,

vielen Dank für Ihre Nachfragen zur Zukunft der Beringungszentrale Hiddensee.

Herr Minister Dr. Backhaus hat mich beauftragt, Ihre Anfragen zur Personalsituation der Beringungszentrale, angesiedelt im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG), zu beantworten.

Zunächst möchte ich mich für den Einsatz der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. für die Förderung der Vogelkunde, des Vogelschutzes und des Naturschutzes allgemein bedanken. Begrüßt wird auch das Interesse am Erhalt der auch international anerkannten fachlich kompetenten Arbeit der Beringungszentrale.

Die Fortsetzung der Arbeit dieser Organisationseinheit in der gewohnt qualitativ hochwertigen Art und Weise ist trotz einhergehender Personalabgänge natürlich auch Bestreben des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt.

Eine Reduzierung des Personalbestandes ist deshalb nicht angedacht. Vielmehr könnte in absehbarer Zeit durch die verbesserte Technisierung der Arbeitsvorgänge der Beringungszentrale sowie der Möglichkeit der Nutzung der zentralen Dienste am Hauptsitz des LUNG ein Qualitätsgewinn beim Personalkörper der Beringungszentrale erreicht werden. Die Anzahl von vier Beschäftigten soll dabei erhalten bleiben.

Um dem Grundsatz der Bestenauslese nach Artikel 33 Absatz 2 Grundgesetz gerecht zu werden, erfolgt die Nachbesetzung der vakanten Dienstposten im Rahmen entsprechender Auswahlverfahren.

Gemeinsam mit der Fachabteilung wurde deshalb für die Nachbesetzung der Leiterstelle der Beringungszentrale über die Ausschreibungsmöglichkeiten beraten.

Im Rahmen des Personalmanagements und der verfassungsrechtlich gewährleisteten Organisationsgewalt entschied man sich, ein geschäftsbereichsinternes Ausschreibungsverfahren zur Eröffnung von Personalentwicklungsmöglichkeiten zu nutzen.

Personalentwicklung ist ein systematischer, fortlaufender und nachhaltiger Prozess der gezielten Förderung und Entwicklung des vorhandenen Personalkörpers. Sie orientiert sich an dem Erfordernis, die dienstlichen Aufgaben durch innovatives und effizientes Verwaltungshandeln auf bestmögliche Art und Weise und mit optimalen Ergebnissen zu erfüllen.

Sowohl der Fachabteilungsleiter, das zuständige Fachreferat und auch die Hausspitze unterstützen diese Entscheidung und sind davon überzeugt, dass im eigenen Personalbestand hochqualifizierte und motivierte Bewerber bzw. Bewerberinnen aus dem Auswahlverfahren hervorgehen können.

Ziel ist dabei selbstverständlich, dass die Arbeit der Beringungszentrale fachlich kompetent fortgeführt wird. Soweit das Auswahlverfahren nicht erfolgreich verlaufen sollte, bliebe in einem nächsten Schritt die externe Ausschreibung.

Mit freundlichen Grüßen

Kristin Romanowski, Leiterin Ministerbüro, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt M-V

Paulshöher Weg 1, 19061 Schwerin, Tel. 0385-5886001, E-Mail: k.romanowski@lm.mv-regierung.de

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: Klaus-Dieter Feige [mailto:klaus-dieter.feige@t-online.de]

Gesendet: Mittwoch, 18. Oktober 2017 15:39 An: VI-LMB (Frau Romanowski) Betreff: Re: Beringungszentrale Hiddensee

Am 19.09.2017 um 12:18 schrieb K.Romanowski@lm.mv-regierung.de:

Sehr geehrter Herr Feige,

vielen Dank für die Informationen und Ihre Sorge um die Beringungszentrale auf Hiddensee. Sie hatte am Rande der MeLa auch den Minister dazu ansprechen können. Ihre Anfrage lag zu dieser Zeit noch in seiner Postmappe, sodass er mit dem Vorgang zu der Zeit noch nicht vertraut war.

Ich habe Ihre Anfrage in das Haus zur Prüfung gegeben. Die Bearbeitung wird etwas Zeit in Anspruch nehmen, dafür bitte ich um Verständnis. Sie erhalten aber eine Stellungnahme des Landwirtschaftsministeriums in dieser Sache.

Mit freundlichen Grüßen

Kristin Romanowski, Leiterin Ministerbüro, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt M-V

Paulshöher Weg 1, 19061 Schwerin, Tel. 0385-5886001, E-Mail: k.romanowski@lm.mv-regierung.de

 

Sehr geehrte Frau Romanowski,

leider habe ich in dieser Angelegenheit noch immer keine Reaktion erhalten. Inzwischen sind mir soweit sogar Namen bekannt geworden, die anzeigen, dass schon vollendete Tatsachen geschaffen werden.

Eine Änderung des Geschäftsverteilungsplanes in dieser Sache im LUNG ist problematisch. Zudem bei der beringungszentrale ja mehrere Bundesländer finanziell beteiligt sind. Ich hoffe diese sind hier involviert oder zumindest informiert.

Eine ausschreibungslose Besetzung der z.T. herabgestuften Stellen und sogar eine Reduktion der Planstellen insgesamt werden den hohen Ruf, den M-V in dieser Sache hat auch international zerstören.

Bevor wir nun auch die ornithologischen Verbände in den anderen Bundesländern in die Diskussion integrieren müssen, wäre ich doch an der angekündigten Information interessiert. Immerhin leisten unsere Mitglieder enorme ehrenamtliche Aufwendungen für den Erhalt der Vogelwelt und sind sicher bisher auch Garant für etliche Berichtspflichten unseres Landes in Sachen Vogelwelt.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus-Dieter Feige, Vorsitzender OAMV

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